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Audiotechnologien für andere Bewußtseinszustände

Verfasst: Di 14. Aug 2007, 16:31
von Wingman
Hemi-Sync und ähnliche Audiotechnologien für andere Bewußtseinszustände


Einleitung und Funktionsweise:

Die meisten von euch, die sich mit AKEn beschäftigen, werden sicherlich schonmal von Hemi-Sync bzw. ähnlichen Audiotechnologien gehört haben. Damit sollen gezielt andere Bewußtseinszustände erreicht werden können (z.B. tiefe Entspannung, Meditation, gesteigerte Aufmerksamkeit etc...). Diese Technologien basieren auf dem Prinzip der "binauralen Beats". Damit wird ein Effekt beschrieben, der vom Gehirn erzeugt wird. Das Prinzip ist folgendes:

Unser Gehirn schwingt sich auf Töne ein. Es passt sich an Frequenzen von außen an, indem es verstärkt Gehirnwellen von der selben Frequenz erzeugt. Diese Funktion wird "Frequenz-Folge-Reaktion" (FFR) genannt. Die Hemi-Sync-Technologie macht sich diese FFR zu Nutze, um Gehirnwellen gezielt so zu stimulieren, das bestimmte Bewußtseinszustände wesentlich einfacher erreicht werden können. Um das zu erreichen, werden die bereits genannten binauralen Beats angewendet. Dies geschieht, indem in das linke und in das rechte Ohr Töne von unterschiedlicher Frequenz eingespielt werden (z.B. 500 Hz und 504 Hz).

Das Gehirn kompensiert nun die Diskrepanz zwischen beiden Tönen, indem es einen dritten "Phantomton" erzeugt, der die Differenz von beiden Frequenzen bildet (z.B. 4 Hz). Dieser erzeugte Ton ist der binaurale Beat. Er macht sich beim hören einer Hemi-Sync-Sequenz durch ein "Pulsieren" oder "Wellen" bemerkbar, das beim Zusammenlegen beider Töne entsteht. Durch diesen binauralen Beat fängt das Gehirn nun an, eigene Wellen von gleicher Frequenz zu erzeugen. So können die Gehirnwellen (je nach Zweck) gezielt gesteuert werden.


Aufstellung der Gehirnwellenfrequenzen und deren zugeschriebene Bewußtseinszustände:

0 - 4 Hz (Delta-Wellen):
Tiefe Meditation, tiefer Schlaf ohne Träume

4 - 8 Hz (Theta-Wellen):
Tiefe Entspannung, Meditation, Schlaf (Träume, luzide Träume, AKEn...)

8 - 13 Hz (Alpha-Wellen):
Ruhiger Zustand bei geschlossenen Augen, Harmonie mit der Umgebung

13 - 30 Hz (Beta-Wellen):
Normaler Wachzustand im Alltag, Aufmerksamkeit, analytisches Denken

30 - 50 Hz+ (Gamma-Wellen):
Wurde u.a. bei transzendenten Erfahrungen von "All-Einheit" gemessen

Für AKEn und andere Zustände bei tiefer körperlicher Entspannung ist vor allem der Thetawellen-Bereich interessant. In diesen gelangen wir nochmalerweise während des Traumschlafes. Durch Hemi-Sync hat man allerdings ein nützliches Werkzeug, um diese (normalerweise unbewußten) Zustände voll bewußt zu erreichen, und darin willentlich agieren zu können.


Weitere Informationen:

Die Bezeichnung "Hemi-Sync" (oder auch "Brain-Sync" bei anderen Produkten) wurde für diese Technologie gewählt, weil man gemerkt hat, das beide Gehirnhälften damit beginnen, synchron zusammen zu arbeiten. Das läßt sich anhand von PET-Scans nachweisen (farbige Scans der Gehirnaktivität). So kann bei einem regelmäßigen Gebrauch die Gehirnnutzung allgemein gesteigert werden.

Das ursprüngliche Hemi-Sync wurde von dem Bewußtseinsforscher Robert Monroe und seinem Monroe Institut entwickelt. Inzwischen sind dort über 40 Jahre an Forschung und Entwicklung eingeflossen. Neben diesem original Hemi-Sync gibt es inzwischen eine Reihe anderer Produkte, die auf dem selben Prinzip aufbauen. Im Internet ist dabei vor allem der "Brainwave Generator" sehr bekannt, womit sich auch eigene Muster erstellen lassen.

Ein weiteres Produkt ist "I-Doser", was vermutlich auf dem Brainwave Generator aufbaut. Von den (kostenpflichtigen) Tracks dieser Software gibt es verschiedene Anwendungsvarianten, welche zum Teil die Wirkungen von harten Drogen simulieren sollen. Weiterhin findet man in gehobeneren Preisklassen so genannte "Mind Machines", die neben dem Klang auch noch visuelle Inputs benutzen, um andere Bewußtseinszustände zu erleichtern.


Links mit Infos, Tools und Testversionen:

Hemi-Sync Deutschland
Prinzip-Beschreibung
FAQ zu Hemi-Sync
Wikipedia-Eintrag
SBaGen (Freeware)
Brainwave Generator
I-Doser Website
Mind Machines

Hinweis: Hemi-Sync und ähnliche Produkte sollten aus Sicherheitsgründen nicht beim Autofahren bzw. anderen Aktivitäten gehört werden, die eine hohe Aufmerksamkeit erfordern.

Verfasst: Di 14. Aug 2007, 16:42
von Knauser
sehr ausführlich geschrieben und sehr interessant.

Verfasst: Di 14. Aug 2007, 19:41
von Elysium
Sehr interessant das Ganze, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich und werde vorerst sowas auch nicht probieren, da ich wirklich etwas Angst davor habe und ich mir nicht sicher bin, ob das so toll für das Gehirn ist oder ob da nicht doch mal was schiefgehen könnte. Und wie hört man das dann überhaupt? Z.B. mit dem iPod im Bett oder was? ^^

Verfasst: Di 14. Aug 2007, 19:58
von Wingman
Elysium hat geschrieben:Sehr interessant das Ganze, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich und werde vorerst sowas auch nicht probieren, da ich wirklich etwas Angst davor habe und ich mir nicht sicher bin, ob das so toll für das Gehirn ist oder ob da nicht doch mal was schiefgehen könnte. Und wie hört man das dann überhaupt? Z.B. mit dem iPod im Bett oder was? ^^
Bei Hemi-Sync vom Monroe Institut habe ich keine Bedenken, weil sie in über 40 Jahren Benutzung und Experimenten noch nie Probleme hatten (genügend Studien und Berichte sind auch verfügbar). Was die anderen Sachen angeht (vor allem I-Doser), bin ich mir nicht sicher. Hemi-Sync benutze ich seit fast zwei Jahren, und hatte noch nie Probleme. Aber ich kann natürlich nur für mich sprechen.

Hören tut man es am besten mit Kopfhörer im Bett. Wenn man die CD-Tracks zu diesem Zweck als MP3 konvertiert (z.B. iPod), sollte eine hohe Kodierungsqualität gewählt werden, damit keine Frequenzen verlorengehen.

Verfasst: Di 14. Aug 2007, 21:53
von Elysium
Mmh,

könntest du vielleicht kurz erzählen, was genau passiert, bzw. was man spürt, wenn man anfängt, wie lange sowas dauert und ob und wenn ja wie sehr es dir bei z.B. AKEn geholfen hat? Also einen kleinen Erfahrungsbericht? Und benutzt du HemiSync immer bei Übungen oder nur manchmal?

Gibt es vielleicht eine Beispiel MP3? Na gut, diesbezüglich werd ich mich mal morgen ein wenig einlesen. Interessiert bin ich schon, so ist es ja nicht.

Achja und meinst du mit Kopfhörer so in etwa PC-Headsets, oder reichen da die normalen iPod Ohrstöpsel?

Wenn ich da was in eine MP3 umwandeln muss, werd ich das mit Lame in -vbr-new V0 schon gut hinbekommen :)

- Elysium

Verfasst: Di 14. Aug 2007, 22:57
von secretocean
Ich würde aus prinzipiellen Gründen keine Konvertierung in andere Audioformate vornehmen. Dazu ist das HemiSync-Prinzip (s.o.) zu stark auf schmale Frequenzbereiche angewiesen, die perfekt getroffen werden müssen.

MP3, OGG & Co. trennen ja für den Menschen nicht hörbare Frequenzbänder ab und verringern dadurch die Dateigröße. Möglicherweise sind das aber genau die Frequenzen, die den HemiSync-Effekt ausmachen.

CD-Player mit guten Akkus und einem qualitativ hochwertigen Kopfhörer (kein 10 Euro-Teil) leistet großartige Dienste. (und die Akkulaufzeit dürfte jeden iPod in den Schatten stellen).

Ansonsten, zum Hauptthema, finde ich HemiSync eine effektive Alternative...allerdings kann sie nur unterstützend wirken, das sollte man im Hinterkopf behalten.

Verfasst: Di 14. Aug 2007, 23:41
von Amillea
Also ich hab mein HemiSynch auf meinem heißgeliebten MP3 Player laufen und merke keinen Unterschied zu einer "normalen" Anlage.
Wenn man nicht die stärkste Komprimierung nutzt, sollte man keine Probleme haben.
Ausserdem würde es absolut keinen Sinn ergeben, wenn bei HemiSynch unhörbare Frequenzen genutzt werden.

Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 00:00
von Wingman
Elysium hat geschrieben:Mmh,

könntest du vielleicht kurz erzählen, was genau passiert, bzw. was man spürt, wenn man anfängt, wie lange sowas dauert und ob und wenn ja wie sehr es dir bei z.B. AKEn geholfen hat? Also einen kleinen Erfahrungsbericht? Und benutzt du HemiSync immer bei Übungen oder nur manchmal?
Also im Grunde geht es darum, den Geist wachzuhalten, während der Körper einschläft. Speziell die Hemi-Sync Übungen für AKEn zielen auf diese Methode ab. Damit lernt man immer tiefer in den Zustand zwischen Wachheit und Schlaf zu gelangen, und dabei bewußt zu bleiben (normalerweise schläft man ein). Teilweise leistet Hemi-Sync (für mich) Erstaunliches, aber das sollte am besten jeder selbst testen. Die feinen und groben Unterschiede in der Bewußtheit sind oft schwer in Worten zu vermitteln.
Gibt es vielleicht eine Beispiel MP3? Na gut, diesbezüglich werd ich mich mal morgen ein wenig einlesen. Interessiert bin ich schon, so ist es ja nicht.
Ich weiß, das es zumindest Hörproblen bei http://www.hemi-sync.de/ gibt (bei den Produkten die "Hörprobe"-Buttons). Das ist allerdings hauptsächlich Meta-Musik mit Hemi-Sync Effekten. Vermutlich lassen sich aber noch andere Exemplare im Netz finden. Persönlich besitze ich u.a. das Album "Hemi-Sync Support for Journeys Out of the Body" mit sechs CDs.
Achja und meinst du mit Kopfhörer so in etwa PC-Headsets, oder reichen da die normalen iPod Ohrstöpsel?
Mit Ohrstöpseln hab ich es mal probiert. Der physische Reiz im Ohr war viel zu stark, als das ich damit körperlich abschalten konnte. Ich benutze jetzt immer einen halbgroßen Kopfhörer, der sehr flexibel einstellbar ist und eine integrierte Lautstärkeregelung hat. Nach einigen Sekunden bemerke ich ihn nicht mehr auf dem Kopf.
secretocean hat geschrieben:...MP3, OGG & Co. trennen ja für den Menschen nicht hörbare Frequenzbänder ab und verringern dadurch die Dateigröße. Möglicherweise sind das aber genau die Frequenzen, die den HemiSync-Effekt ausmachen.
Das ist so eine Annahme, der irgendwie im Netz kursiert. Mit für den Menschen unhörbaren (bzw. unspürbaren) Frequenzen könnte man IMHO keinen Hemi-Sync Effekt erzeugen. Ich kenne sogar ein paar unglaublich schlechte MP3s (z.B. eine alte Einführungsaufnahme von Monroe mit Testmuster), wo der Effekt dennoch funktioniert (Erzeugung des binauralen Beats). Bei den feineren Anwendungen ist hohe Qualität aber sicherlich vorteilhaft (z.B. 256 kbps). Es kann lediglich durch einen Umstand nicht funktionieren: Wenn es mono ist *g*.

Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 00:05
von Krümelmonster
Wie ist eigentlich der Lerneffekt? "Gewöhnt" sich irgendwann der Körper an den Schwingungszustand? Hm, doof formuliert.... Schafft man es durch "Gewöhnungseffekt" irgendwann auch recht leicht ohne das Hemi-Sync-Verfahren Vibrationen zu bekommen? Ich will damit ja nur meine Schwingungen etwas unter Kontrolle bekommen.

Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 00:17
von Wingman
Krümelmonster hat geschrieben:Wie ist eigentlich der Lerneffekt? "Gewöhnt" sich irgendwann der Körper an den Schwingungszustand?
Ob man sich an den Schwingungszustand "gewöhnt", weiß ich persönlich nicht (die meisten meiner Erlebnisse passieren ohne Schwingungszustand). Aber es gibt (für mich) definitiv einen "Trainingszustand" bei dem bewußten Erreichen des Zustandes zwischen Wachheit und Schlaf. Wenn ich das Üben längere Zeit vernachlässige, schlafe ich an der "Schwelle" schneller ein. Mit Übung kann ich mich dort besser halten und bewußt weitermachen.